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Der 1. Nachhaltigkeitskongress Nürnberg

"Zukunftsfähig durch Innovationen - Nürnberg erfolgreich im Wettbewerb der Regionen"

am 11. März 2003 in der NürnbergMesse
  

Ein Kongress mit kreativer Atmosphäre und Aufbruchstimmung

Der Nachhaltigkeitskongress war in seiner thematischen Bandbreite bewusst so angelegt, dass nicht die ökologische Komponente der Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht, sondern vor allem soziale und kulturelle Aspekte deutlich hervorgehoben werden.

Moderatorin des Kongresses Ursula Heller

Ursula Heller Moderatorin vom Bayerischen Rundfunk / Fernsehen eröffnete den Kongress und führte mit Charme und Schlagfertigkeit durch das Kongressprogramm. 
Sowohl bei der Plenums-Veranstaltung am Vormittag, als auch beim Abschluss nach den Zukunftswerkstätten und der Talkrunde hat Ursula Heller einzelne Teilnehmer aus dem Publikum in die Diskussion mit einbezogen.

Die Atmosphäre des Kongresses insbesondere in den Arbeitsgruppen der Zukunftswerkstätten war ausgesprochen kreativ und im Kongressverlauf entstand eine Aufbruchstimmung für Nachhaltiges Wirtschaften. 

Kongressatmosphäre
   

Zusammenfassung wichtiger Ergebnisse des Kongresses

Der Kongress hat ein verstärktes Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Nachhaltigen Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft geschaffen. 

Unternehmer und Manager haben nicht nur eine ökonomische Verantwortung, sie haben auch Verpflichtungen im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich und sollen über ihr Unternehmen hinaus gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Reformprozesse sind nur als "top-down"-Prozesse erfolgreich.
Führungskräfte haben dabei Vorbildfunktion.

Frauen mit hohen Qualifikationen werden im Arbeitsprozess und insbesondere in leitenden Funktionen eine immer größere Bedeutung bekommen.

Die Wissensgesellschaft erfordert auch eine Selbstkompetenz zum Lernen und eine ausgeprägte Sozialkompetenz insbesondere des Managements.

Die Referate und Diskussionen in den Foren und in den Zukunftswerkstätten haben eine Aufbruchstimmung für Nachhaltiges Wirtschaften aus Verantwortung für die Lebenschancen künftiger Generationen entstehen lassen.

Die Stadt Nürnberg und die Unternehmen sind nun aufgerufen die innovativen Ideen für Nachhaltigkeit durch engagiertes Handeln mit Leben zu erfüllen.
   
 

Gliederung der folgenden Kongressdokumentation

Auszüge aus der Eröffnungsrede des Oberbürgermeisters Dr.Ulrich Maly

Verleihung des Nachhaltigkeitspreises und der Anerkennungsurkunden für
Nachhaltiges Wirtschaften

Die Zukunftstrends unserer Gesellschaft (Matthias Horx)

Die Ergebnisse der Foren

Ergebnisse der Zukunftswerkstätten

  

Nürnberg und seine Unternehmen - die Stadt der Werteorientierung, der Menschenrechte und des interkulturellen Zusammenlebens

 

 

Werteorientierung in den Unternehmen für die Nachhaltigkeitsregion Nürnberg

 

 

Global Compact der UN

 

 

Interkulturelles Zusammenleben

 

Nürnberger Unternehmen - Instrumente und Wege zur Nachhaltigkeit

 

 

Innovationsmanagement

 

 

Qualifizierung

 

 

Soziale und kulturelle Vielfalt (Diversity-Management und 
Gender Mainstreaming)

 

 

Klima- und Ressourcenschutz / Emissionshandel

 

Gemeinsames Engagement für den Wirtschaftsstandort

Statements aus der Talkrunde nach den Zukunftswerkstätten

Auszüge aus dem Abschluss-Statement des Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly

     

Auszüge aus der Eröffnungsrede des Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly

Eröffnungsrede von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly  

Ursula Heller interviewt Oberbürgermeister Dr. Maly

...

Für mich ist der Dialog eines meiner wichtigsten Anliegen seit dem Amtsantritt als Oberbürgermeister dieser Stadt. Auf dem heutigen Kongress können wir das Thema Nachhaltigkeit etwas tiefer gehend diskutieren.
Es wird uns noch viele Jahre in allen seinen Facetten beschäftigen und ich werde Gespräche mit Ihnen in nächster Zeit gerne dazu nutzen, die Möglichkeiten für gemeinsame Ansätze auszuloten. ....
  

...

Nachhaltigkeit lässt sich aus meiner Sicht definieren als eine Gegenmodell zur kurzfristigen Gewinnmaximierung. 
Es geht um den wichtigen Unterschied zwischen share-holder value und stakeholder value. So verstanden ist Nachhaltigkeit auch der Blick auf die lange Sicht, ein Blick auf die Zeit nach uns. Wenn man so will, eine Art Generationenvertrag. .....
   

...

Der traditionelle Nachhaltigkeitsansatz hat eine stark ökologische Ausprägung. Der Generationenvertrag verlangt einen Ressourcenverbrauch, der auf die Lebensbedingungen künftiger Generationen verantwortungsbewusst Rücksicht nimmt. ....
   

...

Nachhaltigkeit hat im Wirtschaftsleben aber nicht nur einen ökologischen Aspekt, sondern auch deutliche soziale Dimensionen. Dazu gehört für mich das kulturelle Thema Migration und Dialog der Kulturen. Diversity Management als der englische Begriff für kulturelle und soziale Vielfalt in Unternehmen wird auf diesem Kongress genauso diskutiert wie die frauenpolitische Dimension unter dem Begriff Gender Mainstreaming. ....
   

...

Das Engagement der Stadt Nürnberg für die Menschenrechte wird auch am Beispiel der Spielwarenindustrie durch die Initiative "Fair Toys" deutlich, wo es um die ökologischen Produktionsverhältnisse und vor allem die sozialen Arbeitsbedingungen bei der Spielzeugherstellung im asiatischen Raum geht. Dies wird ein wichtiges Thema in ihrer Diskussion zu den Chancen des Global Compact sein. ....
   

...

In der Satzung über den Nachhaltigkeitspreis der Stadt Nürnberg heißt es:
"Nachhaltiges Wirtschaften soll dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort Nürnberg zu stärken und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen zu unterstützen." 
Beide Ziele sind mir wichtig, zum einen die Attraktivität des Standortes Nürnberg sowie die Zukunftsfähigkeit ihre Unternehmen und ich will gerne dazu beitragen diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen. ....
  

...

 

Ich möchte an Sie, die Unternehmer dieser Stadt appellieren, unseren gemeinsamen Weg zu mehr Nachhaltigkeit weiter fortzuführen.
  

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Verleihung des Nachhaltigkeitspreises und der Anerkennungsurkunden für Nachhaltiges Wirtschaften

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly übergibt die Urkunde des Nachhaltigkeitspreises an A.W. Graf von Faber-Castell

Im Anschluss an seine Rede übergab der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg,
Dr. Ulrich Maly die Urkunde für den ersten Nürnberger Nachhaltigkeitspreis an
Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell für das Unternehmen Faber-Castell AG.

Außerdem wurden Dr. Franz Ehrnsperger (Neumarkter Lammsbräu) und Herwig Danzer (Die Möbelmacher)
für ihre herausragenden Leistungen zum Nachhaltigen Wirtschaften mit einer Anerkennungsurkunde ausgezeichnet.

Die Preisträger: (v.r.n.l.) Dr. Franz Ehrnsperger (Neumarkter Lammsbräu), Herwig Danzer (Die Möbelmacher) und Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell

Weitere Informationen siehe Preisverleihung Nachhaltigkeitspreis 2003

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Die Zukunftstrends unserer Gesellschaft

Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx bei seinem Referat über Megatrends in unserer Gesellschaft

Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx, von Kongress-Moderatorin Ursula Heller (Bayerischer Rundfunk) als "Fachmann für Morgen und Übermorgen" vorgestellt, bereitete mit seinem ebenso informativen wie gelegentlich Amüsement auslösenden Grundsatzreferat über die Zukunftstrends unserer Gesellschaft (www.zukunftsinstitut.de) den Boden für die sich anschließenden, zeitgleich laufenden Nachhaltigkeits-Foren.

Die Schwerpunktthemen seines Referates:

 

Der Megatrend Frauen

 

Die graue Revolution

 

Megatrend Individualisierung

 

New Work - Arbeit in der Wissensgesellschaft

 

Von der belehrten zur lernenden Gesellschaft

Das Redemanuskript "Die Zukunftstrends unserer Gesellschaft" finden Sie als pdf-Datei im Downloadbereich.

Beispielchart aus dem Vortrag Matthias Horx
Beispielchart aus dem Vortrag von Matthias Horx

270 PowerPoint-Folien auf CD-ROM zu diesen und anderen Themen können Sie als Megatrend-Dokumentation unter www.zukunftsinstitut.de bestellen.

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Die Ergebnisse der Foren

Forum 1: Innovationsmanagement

Die in Nürnberg bestehenden Kompetenzinitiativen und Netzwerke sollten über technologische Themen hinaus sich stärker auch auf soziale Innovationen ausrichten.
Grundvoraussetzung für gut funktionierende Innovationsnetzwerke ist eine Vertrauenskultur zwischen den Partnern.

Die Einbeziehung des Kunden in die Produktentwicklung und -gestaltung ist eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Marktauftritt. Dazu gehört auch die Betrachtung des Lebenszyklus der Produkte (Integrierte Produktpolitik).

Die Selbstmotivation der Mitarbeiter durch Erkennen des "Sinns" der Arbeit schafft eine schöpferische Arbeitskultur.

 

Forum 2: Wertekultur der Nachhaltigkeit

Die Unternehmen brauchen eine erneuerte und engagierte Führungskultur. Der Prozess für eine Wertekultur, die insbesondere soziale, kulturelle und ökologische Ziele anstrebt, kann nur "top-down" erfolgreich sein. Nachhaltigkeit ist eine Frage der Haltung der Führungskräfte. Die Abkehr vom reinen Shareholder-Value-Prinzip ist auch eine Besinnung auf Werte, die in den letzten 20 Jahren an Bedeutung verloren haben.

Systematische Managementprozesse, die Einführung eines Nachhaltigkeitsberichtes und die permanente Qualitätssteigerung durch Qualitätsmanagement sorgen für eine Optimierung der Geschäftsprozesse und machen das Unternehmen effizienter und krisensicherer. Mittelständische Unternehmen haben dadurch eine bessere Ausgangsposition für ein Rating nach Basel II.

Qualitätsmanagement-Modelle müssen in ihrer Handhabung einfach, verständlich und unbürokratisch sein, sonst schrecken sie ab. Ein schrittweiser Einstieg durch einzelne Bausteine/ Module bei einem Qualitätsmanagementprozess ist meist sinnvoll.

Durch die Verbindung des Qualitätsmanagementmodells der European Foundation for Quality Management (EFQM) und Nachhaltigkeit im Rahmen des Sustainable-Excellence Ansatzes steht ein anerkanntes und weit verbreitetes Modell für mehr Werteorientierung zur Verfügung.

Impressionen aus den Foren   Impressionen aus den Foren  
  

 Forum 3: Qualifizierung für Zukunftsfähigkeit

Bildung ist das wichtigste Zukunftsgut.

Damit ist der Mensch Kapital und Rohstoff der Wissensgesellschaft. Eine breit angelegte Offensive für Bildung ist die Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Nürnberg.

Wissensgesellschaft heißt, dass nicht nur Faktenwissen gefragt ist, sondern auch die Entwicklung einer Selbstkompetenz zum Lernen und einer ausgeprägten Sozialkompetenz auf allen Hierarchiestufen eines Unternehmens.

Innovative Lernformen müssen Lust aufs Lernen wecken. Dabei ist schon früh die Eigeninitiative, die Eigenverantwortung und die Entwicklung einer Sozialkompetenz zu fördern. Quasi vom Kindergarten bis zum Karibik-Rentner (à la Horx).

   

Forum 4: Gender-Mainstreaming

Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften forciert die "Entdeckung" der Frau als unverzichtbare Ressource. Dieser Prozess wird erheblich durch die Tatsache unterstützt, dass jüngere Frauen (Fachhoch- und Hochschulabsolventinnen) zunehmend eine höhere Qualifikation aufweisen als ihre männlichen Mitbewerber.

Gender-Mainstreaming schafft eine Kommunikationskultur in den Unternehmen, in der Frauen und Männer ihre Fähigkeiten zur Sozialkompetenz gemeinsam trainieren und weiterentwickeln.

Die veränderten demografischen Strukturen erfordern eine familienfreundliche Personalpolitik (Vereinbarkeit von Beruf und Familie). Familie ist für Frauen immer weniger ein Karrierekiller.

Die Gleichstellungsbeauftragten im öffentlichen Bereich, die Verantwortlichen für Personalentwicklung in den Unternehmen und das Bündnis für Familie sollten zur Erreichung der Ziele des Gender-Mainstreaming den bestehenden Erfahrungsaustausch intensivieren und projektorientiert zusammenarbeiten.

Impressionen aus den Foren  Impressionen aus den Foren
  

Forum 5: Global Compact und Klimaschutz

In einer globalisierten Welt schwindet der Einfluss von Nationalstaaten und supranationalen Organisationen. Die Verantwortung der Wirtschaft bzw. der Unternehmen auf die Gestaltung nicht nur der Arbeitswelt sondern der allgemeinen Lebensverhältnisse der Menschen nimmt zu.

Unternehmen, die weltweit agieren, sind aufgerufen den Global Compact der UN aktiv zu unterstützen und sich besonders für die Arbeitsbedingungen, die Menschenrechte und den Umweltschutz zu engagieren. Dies gilt nicht nur für eigene Werksniederlassungen in anderen Ländern, sondern vor allem um die Rechte der Arbeitnehmer und die ökologischen Produktionsbedingungen der Geschäftspartner bzw. Zulieferer.

Der Klimaschutz wird zum Prüfstein, ob deutsche Unternehmen bereit sind, nicht nur im eigenen Bereich, sondern auch in der Kooperation mit Unternehmen in den neuen Industrienationen und in der Dritten Welt Verantwortung für die Lebensbedingungen der Menschen in den nächsten Jahrzehnten zu übernehmen. Die offenkundigen Veränderungen des Weltklimas haben immer mehr negative ökonomische Folgen. Eine Kurskorrektur im Ressourcenverbrauch darf nicht länger hinausgeschoben werden.

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Ergebnisse der Zukunftswerkstätten

Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt 1 "Unternehmen 2020" und der Zukunftswerkstatt "Nürnberg 2020" lassen sich im Interesse einer effizienten Gesamtschau thematisch und zielorientiert zusammenfassen.

 Engagierte und kreative Arbeitsgruppen in den ZukunftswerkstättenEngagierte und kreative Arbeitsgruppen in den ZukunftswerkstättenEngagierte und kreative Arbeitsgruppen in den Zukunftswerkstätten
   

Nürnberg und seine Unternehmen -
die Stadt der Werteorientierung, der Menschenrechte und des interkulturellen Zusammenlebens

Werteorientierung in den Unternehmen für die Nachhaltigkeitsregion Nürnberg

Die Botschaft des Impulsreferates von Dr. Bernhard von Mutius war:
Eine wertebalancierte Unternehmensführung muss strategisch neu gedacht und operativ anders umgesetzt werden, damit über das kurzfristige Gewinndenken (shareholder-value) hinaus, soziale und ökologische Werte mit in das Zentrum strategischer Entscheidungen des Managements rücken.

Die Teilnehmer sahen im Wissensmanagement und insbesondere die wachsende Sozialkompetenz des Managements und der Mitarbeiter eine große Chance den Erfolg im Wertschöpfungsprozess des Unternehmens zu steigern und betrachteten die Werteorientierung als eine notwendige Ergänzung der ökonomischen Steuerungselemente.

In der Diskussion wurde deutlich, die wertebalancierten Unternehmensführung ist nur top-down erreichbar und erfordert ein entsprechendes Engagement der Führungskräfte.

Die Diskussions-Teilnehmer waren sich einig, dass die Werteorientierung in den Unternehmen einen hohen Stellenwert bekommen muss, wenn Nürnberg eine Innovations- und Nachhaltigkeitsregion werden will.

 

Global Compact der UN

Nürnberg als Stadt des Friedens und der Menschenrechte ist Mitte Februar 2003 dem Global Compact der UN beigetreten.

Unternehmen, die sich als global-player auf dem Weg des Nachhaltigen Wirtschaftens begeben wollen, haben signalisiert, dass sie sich den Herausforderungen des Global Compact auf den Themenfeldern Arbeitsnormen, Menschenrechte und Umweltschutz stellen wollen.

In der Diskussion wurde aber auch deutlich, dass für viele Unternehmer im Vordergrund die Verantwortungsethik für diese Ziele und nicht so sehr formale Pflichten stehen.

Es wurde angeregt, ähnlich dem Runden Tisch "Fair-Toys" der Spielwarenindustrie, für weltweit agierende Nürnberger Unternehmen einen Runden Tisch "Menschenrechte" durch die Stadt Nürnberg zu organisieren.

Die Diskussionsteilnehmer äußerten den Wunsch, dass an diesem Runden Tisch deutsche Unternehmen, die bereits dem Global Compact beigetreten sind, über die Motive für ihren Beitritt, die Chancen und ökonomischen Vorteile berichten. Dieser Erfahrungsaustausch soll dazu beitragen, den Entscheidungsprozess von Nürnberger Unternehmen für einen Beitritt zum Global Compact zu unterstützen.

 

Interkulturelles Zusammenleben

"Unterbewusste" Fremdenfeindlichkeit und Sprachbarrieren erschweren das Zusammenkommen unterschiedlicher Kulturen in der Gesellschaft.

In der Diskussion wurde deutlich, dass sich in der Stadt Nürnberg trotz unterschiedlicher ethnischer, religiöser und kultureller Herkunft ein positiver Trend zu einem Zusammenleben mit Verständnis, Toleranz und Akzeptanz entwickelt hat. Dieser erfolgreiche Prozess der Begegnung der Kulturen, sollte nach Meinung der Teilnehmer, von der Stadt Nürnberg, den Unternehmen und relevanten gesellschaftlichen Organisationen weiter vorangetrieben werden.

Von den Diskussions-Teilnehmern wurde gefordert, die Stadt Nürnberg sollte die bestehenden Ansätze zur Förderung der Sprachkompetenz bei Migranten vielfältig ausbauen wie z.B. Sprachförderungsprojekte "Mama lernt Deutsch" und in ausgewählten Stadtteilprojekten die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Kulturen unterstützen.

Es wurde angeregt, die Stadtverwaltung solle sich für die Beschäftigung von ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund öffnen. Dies kann auch zu einer besseren kundenorientierten Dienstleistung für ausländische Mitbürger in einzelnen Dienststellen der Stadtverwaltung beitragen.
  

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Engagierte und kreative Arbeitsgruppen in den Zukunftswerkstätten Engagierte und kreative Arbeitsgruppen in den Zukunftswerkstätten
 

Nürnberger Unternehmen - Instrumente und Wege
zur Nachhaltigkeit

Innovationsmanagement

Ein gut organisiertes Innovationsmanagement kann wesentlich dazu beitragen das Unternehmen zu einer selbstlernenden Organisation zu entwickeln.

Nach Überzeugung der Diskussionsteilnehmer kann ein effizientes Innovationsmanagement die Angst vor Veränderungen abbauen und die Mitarbeiter zu einer aktiven Mitgestaltung des Strukturwandels befähigen.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Organisationsstrukturen und das Management eines Unternehmens bisher relativ ausgeprägt an Prozessinnovationen gekoppelt sind.

Der entscheidende Schritt ist nach Meinung der Diskussionsteilnehmer, den Innovationsprozess verstärkt in den sozialen und kommunikativen Bereich auszudehnen. Damit sollen Themen wie z.B. Eigenverantwortlichkeit, Kooperationsfähigkeit im Team und Selbstmotivation durch Erkennen des Sinns der Arbeit einen höheren Stellenwert bekommen.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die engagierte Bereitschaft für zukunftsorientierte Innovationen eine überzeugende und konkrete Vermittlung des Nachhaltigkeitsprinzips erfordert.
 

Qualifizierung

Qualifizierung für Zukunftsfähigkeit erfordert grundsätzlich die Bereitschaft zum "lebenslangen Lernen". Diese notwendige Grundhaltung des Managements und der Arbeitnehmer ist der Schlüssel für einen langfristig angelegten Unternehmenserfolg.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die "Lust am Lernen" eine wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Wissensmanagement ist. Dabei geht es nicht nur um die Wissensvermittlung im engeren Sinn, sondern auch um eine Persönlichkeitsbildung, die die Eigenverantwortung stärkt und den Mitarbeiter befähigt "über den fachlichen Tellerrand" hinauszuschauen.

Die Diskussionsteilnehmer vertraten die Auffassung, dass Mitarbeiter mit mehr Flexibilität, der Fähigkeit zum komplexen und vernetzten Denken sowie einem ausgeprägten Teamverhalten die Zukunftschancen eines Unternehmens verbessern.
Die Auseinandersetzung mit diesem Thema zeigte, dass Unternehmen die zukunftsfähig sein wollen, ein umfassendes Weiterbildungskonzept brauchen, das auch die Führungsebene mit einschließt.

Innovationsfähigkeit und Qualifizierung stehen in einem engen Zusammenhang und sind wichtige Bausteine für nachhaltige Unternehmen.
 

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Soziale und kulturelle Vielfalt (Diversity-Management und Gender Mainstreaming)

In den Unternehmen besteht ähnlich wie in der Gesellschaft unterschwellig immer noch eine Neigung zur Ab- und Ausgrenzung "der Anderen" im Sinne anderer ethnischer Herkunft, Religion und Kultur. Die ökonomischen Vorteile von sozialer und kultureller Vielfalt in einem Unternehmen werden offenkundig noch zuwenig gesehen.

In der Diskussion wurden die Möglichkeiten erörtert, die Diversity-Management und Gender Mainstreaming als wichtige Entwicklungsinstrumente für ein Unternehmen mit klarer Ausrichtung zur Chancengleichheit sowohl im interkulturellen Sinne als auch im Hinblick auf die Geschlechtergerechtigkeit bieten.

Nach Auffassung der Diskussionsteilnehmer kann die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens und die Kundenorientierung verbessert werden, wenn die unternehmensinternen Möglichkeiten der sozialen und kulturellen Vielfalt kreativ und zielgerichtet eingesetzt werden.

Gerade vor dem Hintergrund der Globalisierung ist eine "kulturelle Mischung" in den Unternehmen auch ökonomisch von Vorteil.

Ein Ergebnis der Diskussion war auch die Überlegung das Thema "soziale und kulturelle Vielfalt" als Unternehmensphilosophie für Nachhaltigkeit in das Leitbild (Umsetzungsstrategien für Diversity Management und Gender Mainstreaming) aufzunehmen und dieses Prinzip bewusst zu leben.
 

Klima- und Ressourcenschutz / Emissionshandel

Der Klimaschutz wird zum Prüfstein, ob deutsche Unternehmen bereit sind, nicht nur im eigenen Bereich, sondern auch in der Kooperation mit Unternehmen in den neuen Industrienationen und in der Dritten Welt Verantwortung für die Lebensbedingungen der Menschen in den nächsten Jahrzehnten zu übernehmen.

Die Diskussionsteilnehmer kamen zu der Auffassung, die Region Nürnberg sollte, in Weiterführung der bisher schon erfolgreichen Anstrengungen des kommunalen Klimaschutzes, auch mit innovativen Klimaschutzprojekten in den Unternehmen zu einer "Klima- und Ressourcenschutzregion mit Vorbildfunktion" werden.

In der Diskussion wurde gefordert, die Chancen des Emissionshandels in Nürnberg intelligent und engagiert zu nutzen. Dazu bedarf es konkreter Hilfestellungen für die Unternehmen, um die bestehenden Informationsdefizite rasch zu beseitigen.

Es wurde angeregt, die Stadt Nürnberg solle zusammen mit der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken einen Runden Tisch "Klimaschutz / Emissionshandel" einrichten und dabei auch die notwendigen Kontakte zur Bundesregierung und zur Europäischen Union in Brüssel herstellen.

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Bild - Kongressplakat  

 

Gemeinsames Engagement für den Wirtschaftsstandort

"Die Zukunft liegt in den Regionen".
Diese These war Ausgangspunkt für die Stadt Nürnberg, den Nachhaltigkeitskongress mit dem Titel "Zukunftsfähig durch Innovationen - Nürnberg erfolgreich im Wettbewerb der Regionen" zu organisieren.
Das Themenspektrum des Nachhaltigkeitskongresses erfasste bewusst die "Soft Facts", die in Zukunft entscheidend die Attraktivität und den wirtschaftlichen Erfolg in Nürnberg bestimmen.

Die Botschaft des Impulsreferates von Frau Dr. Hollbach-Grömig vom Deutschen Institut für Urbanistik war:
Generationengerechtigkeit (wachsender Anteil älterer Mitbürger), Zuwanderung und Integration, schwindende Finanzkraft der Kommunen und Notwendigkeit einer solidarischen Bürgergesellschaft werden wichtige Themen der Kommunalpolitik bis zum Jahr 2020 werden.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die vielfältigen Anstrengungen zur Selbstdarstellung und Vermarktung des Wirtschaftsstandortes zwar erfolgreich waren, aber dennoch im Sinne einer Imagesteigerung verstärkt und ausgebaut werden sollten.

Die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Nürnbergs wird in den nächsten Jahren wesentlich von den innovativen Leistungen in Bereichen Bildung und Qualifizierung, von der Weltoffenheit und der Toleranz dieser Stadt und ihrer Menschen beeinflusst.

Notwendig ist die konsequente Weiterentwicklung der bestehenden Netzwerke und Kompetenz-initiativen im Sinne einer intensiven Kooperation von Unternehmen im Rahmen der Wertschöpfungskette und einer gezielten projektorientierten Vernetzung zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Die Stadt Nürnberg versteht sich im Rahmen der Möglichkeiten der kommunalen Wirtschaftspolitik als Innovationsmotor.

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Statements aus der Talkrunde nach den Zukunftswerkstätten

Teilnehmer an der von Ursula Heller (Bayerischer Rundfunk) moderierten Talkrunde waren:
Ingrid Hofmann (I.K. Hofmann Personal-Leasing GmbH), Cornelia von Hardenberg (Projekt- und Organisationsmanagerin), der Preisträger des ersten Nachhaltigkeitspreises der Stadt Nürnberg Dr. Franz Ehrnsperger (Neumarkter Lammsbräu) und Stefan Küst (Quelle AG).
   

Teilnehmer der Talkrunde
Teilnehmer der Talkrunde von links nach rechts:
Dr. Franz Ehrnsperger, Cornelia von Hardenberg, Ursula Heller, Ingrid Hofmann und Stefan Küst
  

 Ingrid Hofmann:

Ich habe in den Arbeitsgruppen der Zukunftswerkstätten Aufbruchstimmung erlebt. Die Diskussion in den Arbeitsgruppen war äußerst engagiert und hat viele neue Ideen für unser Thema Nachhaltigkeit gebracht. Das ist für mich ein äußerst positives Zeichen und ich würde mir wünschen, dass nach dem Kongress diese guten Ideen aufgegriffen und vorangebracht werden.

Wir Unternehmer sollten uns mit Nachdruck für den Wirtschaftsstandort Nürnberg engagieren. Ich weiß wir Franken haben unsere eigene Mentalität und wir werden manchmal unterschätzt. Wir können stolz auf unsere Erfolge sein und sollten uns nicht scheuen dies auch öffentlich selbstbewusst und vielleicht noch etwas deutlicher darzustellen.

Die Unternehmen brauchen eine Kommunikationsplattform für einen besseren Erfahrungsaustausch. Wenn ich das so sagen darf, Herr Oberbürgermeister, wir brauchen Sie als Plattform für unsere gemeinsamen Ziele.
 

Dr. Franz Ehrnsperger:

Es ist meine Erfahrung, dass Unternehmer, die einen Prozess für Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen in Gang setzen wollen, selbst die Initiative und die volle Verantwortung für dieses Zukunftsthema übernehmen müssen. Dies ist letztlich eine Frage der Führungskultur eines Unternehmens.

Nachhaltigkeit, das steckt schon im Wort, verlangt eine klare ethische Haltung des obersten Managers oder Unternehmers. Es ist die Vorbildfunktion der Person an der Spitze eines Unternehmens, die hier gefordert ist.

Es war für mich nicht immer leicht diesen ambitionierten Weg zu gehen und vor allen Dingen in schwierigen Phasen meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer überzeugen und gewinnen zu können. Aber es gibt nichts überzeugenderes als den ökonomischen Erfolg, der das soziale und ökologische Engagement belohnt.
 

Stefan Küst:

Das Nachhaltigkeitsthema hat seine zwei Seiten. Das Denken in kurzfristiger Gewinnerwartung aber auch so wichtige Themen wie Umweltschutz, soziale Innovationen, Qualifizierung und Frauenförderung. Vor allem war heute oft die Rede von der Verantwortung der Unternehmer, was nach meiner Auffassung letztlich auch heißt, dass jeder von uns Verantwortung übernehmen muss. Es gilt zum einen, sich für die eigene Qualifizierung zu engagieren, aber auch im Sinne einer längerfristigen Sicht, sich für den gesamten Geschäftsprozess mit verantwortlich zu sehen.

Entscheidung für Nachhaltigkeit in Unternehmen ist eine Entscheidung der Führungsebene. Sie haben mit dem Herrn Ehrnsperger ein beeindruckendes Beispiel, der dieses Thema zu seinem Thema gemacht hat. Und das auch gegen Widerstände, wahrscheinlich auch mal gegen die eigene Skepsis.

Cornelia von Hardenberg:

In unserer Arbeitsgruppe gab es nicht nur ein freundschaftliches Sich-auf-die Schulter-Klopfen.
Beim Thema Bürgergesellschaft und gesellschaftliches Engagement von Unternehmen durften wir eine lebendige Streitkultur erleben. Ich finde das aber positiv, wenn wir den Mut haben, zueinander ehrlich zu sein und offen beiderseitige Vorurteile über Wirtschaft und öffentlicher Dienst zu diskutieren und schrittweise abzubauen.

Wir brauchen mehr vertrauensbildende Maßnahmen um das Klima für eine Kooperation zwischen Unternehmen und der Stadt Nürnberg weiter zu verbessern. Nichts schweißt mehr zusammen als ein gemeinsames Erfolgserlebnis.

In der Nachbereitung des Kongresses kommt es darauf an, aus der Fülle der Ideen des heutigen Tages die interessanten Themen aufzugreifen. Es geht darum die wesentlichsten Punkte intelligent herauszuarbeiten und dann mit wirklich innovativen Projekten die Nachhaltigkeit in Nürnberg einen entscheidenden Schritt vorwärts zu bringen.  

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Auszüge aus dem Abschluss-Statement des Oberbürgermeister Dr.  Ulrich Maly

Abschluß-Statement Oberbürgermeister Dr. Maly

...

Ausgangspunkt des Kongresses war offensichtlich die These, dass im Zuge der Globalisierung die nationalstaatlichen Regelungsmöglichkeiten zurückgehen und damit zwangsläufig die unternehmerische Verantwortung für das Gemeinwesen zunehmen muss. ....

...

Die Diskussion in den Foren und Zukunftswerkstätten hat eines ganz klar erkennen lassen: 
Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und vor allem die persönliche Haltung des Unternehmers und Managers ist entscheidend für sein Engagement zur Nachhaltigkeit. ....

...

Der Unternehmer, der sich nicht nur um ökonomische, sondern auch um soziale Prozesse in seinem Unternehmen kümmert, wird dafür auf lange Sicht ökonomisch belohnt. Effizienz entsteht letztlich auch durch soziale Kompetenz. ....

...

Wenn wir mehr Nachhaltigkeit wollen brauchen wir als erstes Nachdenklichkeit. Nachdenken beginnt bei uns selbst und erfordert zunächst Distanz zum eigenen Tun. Nur so haben wir die Möglichkeit, die Chancen zu erkennen, die uns schrittweise in Richtung Nachhaltigkeit führen können. ....

...

Mein Fazit: Das gemeinsame Nachdenken über den etwas sperrig klingenden Begriff Nachhaltigkeit war Gegenstand des Kongresses. 

Wenn es uns heute gelungen ist, etwas mehr Nachdenklichkeit auszulösen, eine Kontaktbörse für einen fruchtbaren Gedankenaustausch angeboten zu haben, neue Kommunikations-Kontakte und neue Netzwerkansätze geknüpft zu haben, also den Begriff der Nachhaltigkeit dem abstrakt wolkigen zu entziehen und ihn konkreter und anschaulicher zu machen, dann können wir mit dem Ergebnis des heutigen Tages ganz zufrieden sein.

Ich freue mich mit Ihnen weiter am Nachhaltigkeitsprojekt Nürnberg zu arbeiten und gemeinsam mit Ihnen den Wirtschaftsstandort Nürnberg erfolgreich weiter zu entwickeln.

  

 

Hinweis:
Eine Druckversion der Kongressdokumentation finden Sie als pdf-Datei (911 kB) im Downloadbereich.

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