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Der
1. Nachhaltigkeitskongress Nürnberg
"Zukunftsfähig
durch Innovationen - Nürnberg erfolgreich im Wettbewerb der
Regionen"
am
11. März 2003 in der NürnbergMesse
Ein Kongress mit
kreativer Atmosphäre und Aufbruchstimmung
Der Nachhaltigkeitskongress war in seiner
thematischen Bandbreite bewusst so angelegt, dass nicht die ökologische
Komponente der Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht, sondern vor allem
soziale und kulturelle Aspekte deutlich hervorgehoben werden.
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Ursula Heller Moderatorin vom Bayerischen Rundfunk /
Fernsehen eröffnete den Kongress und führte mit Charme und
Schlagfertigkeit durch das Kongressprogramm.
Sowohl bei der Plenums-Veranstaltung am Vormittag,
als auch beim Abschluss nach den Zukunftswerkstätten und der Talkrunde
hat Ursula Heller einzelne Teilnehmer aus dem Publikum in die Diskussion
mit einbezogen.
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Die Atmosphäre des Kongresses insbesondere in den
Arbeitsgruppen der Zukunftswerkstätten war ausgesprochen kreativ und im
Kongressverlauf entstand eine Aufbruchstimmung für Nachhaltiges
Wirtschaften.

Zusammenfassung wichtiger
Ergebnisse des Kongresses
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Der
Kongress hat ein verstärktes Bewusstsein für die Notwendigkeit
einer Nachhaltigen Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft
geschaffen.
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Unternehmer
und Manager haben nicht nur eine ökonomische Verantwortung, sie
haben auch Verpflichtungen im sozialen, kulturellen und
ökologischen Bereich und sollen über ihr Unternehmen hinaus
gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
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Reformprozesse
sind nur als "top-down"-Prozesse erfolgreich.
Führungskräfte haben dabei Vorbildfunktion.
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Frauen
mit hohen Qualifikationen werden im Arbeitsprozess und insbesondere
in leitenden Funktionen eine immer größere Bedeutung bekommen.
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Die
Wissensgesellschaft erfordert auch eine Selbstkompetenz zum Lernen
und eine ausgeprägte Sozialkompetenz insbesondere des Managements.
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Die
Referate und Diskussionen in den Foren und in den
Zukunftswerkstätten haben eine Aufbruchstimmung für Nachhaltiges
Wirtschaften aus Verantwortung für die Lebenschancen künftiger
Generationen entstehen lassen.
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Die
Stadt Nürnberg und die Unternehmen sind nun aufgerufen die
innovativen Ideen für Nachhaltigkeit durch engagiertes Handeln mit
Leben zu erfüllen.
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Für mich ist
der Dialog eines meiner wichtigsten Anliegen seit dem Amtsantritt
als Oberbürgermeister dieser Stadt. Auf dem heutigen Kongress
können wir das Thema Nachhaltigkeit etwas tiefer gehend
diskutieren.
Es wird uns noch viele Jahre in allen seinen Facetten beschäftigen
und ich werde Gespräche mit Ihnen in nächster Zeit gerne dazu
nutzen, die Möglichkeiten für gemeinsame Ansätze auszuloten. ....
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Nachhaltigkeit
lässt sich aus meiner Sicht definieren als eine Gegenmodell zur
kurzfristigen Gewinnmaximierung.
Es geht um den wichtigen
Unterschied zwischen share-holder value und stakeholder value. So
verstanden ist Nachhaltigkeit auch der Blick auf die lange Sicht,
ein Blick auf die Zeit nach uns. Wenn man so will, eine Art
Generationenvertrag. .....
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Der
traditionelle Nachhaltigkeitsansatz hat eine stark ökologische
Ausprägung. Der Generationenvertrag verlangt einen
Ressourcenverbrauch, der auf die Lebensbedingungen künftiger
Generationen verantwortungsbewusst Rücksicht nimmt. ....
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Nachhaltigkeit
hat im Wirtschaftsleben aber nicht nur einen ökologischen Aspekt,
sondern auch deutliche soziale Dimensionen. Dazu gehört für mich
das kulturelle Thema Migration und Dialog der Kulturen. Diversity
Management als der englische Begriff für kulturelle und soziale
Vielfalt in Unternehmen wird auf diesem Kongress genauso diskutiert
wie die frauenpolitische Dimension unter dem Begriff Gender
Mainstreaming. ....
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Das
Engagement der Stadt Nürnberg für die Menschenrechte wird auch am
Beispiel der Spielwarenindustrie durch die Initiative "Fair
Toys" deutlich, wo es um die ökologischen
Produktionsverhältnisse und vor allem die sozialen
Arbeitsbedingungen bei der Spielzeugherstellung im asiatischen Raum
geht. Dies wird ein wichtiges Thema in ihrer Diskussion zu den
Chancen des Global Compact sein. ....
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In der
Satzung über den Nachhaltigkeitspreis der Stadt Nürnberg heißt
es:
"Nachhaltiges Wirtschaften soll dazu beitragen, den
Wirtschaftsstandort Nürnberg zu stärken und die Zukunftsfähigkeit
von Unternehmen zu unterstützen."
Beide Ziele sind mir
wichtig, zum einen die Attraktivität des Standortes Nürnberg sowie
die Zukunftsfähigkeit ihre Unternehmen und ich will gerne dazu
beitragen diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen. ....
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Ich möchte
an Sie, die Unternehmer dieser Stadt appellieren, unseren
gemeinsamen Weg zu mehr Nachhaltigkeit weiter fortzuführen.
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Im Anschluss an
seine Rede übergab der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg,
Dr. Ulrich Maly die Urkunde für den ersten Nürnberger
Nachhaltigkeitspreis an
Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell für das Unternehmen
Faber-Castell AG.
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Außerdem wurden Dr.
Franz Ehrnsperger (Neumarkter Lammsbräu) und Herwig Danzer (Die Möbelmacher)
für ihre herausragenden Leistungen zum Nachhaltigen Wirtschaften
mit einer Anerkennungsurkunde ausgezeichnet.
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Weitere Informationen
siehe Preisverleihung
Nachhaltigkeitspreis 2003
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Zukunfts- und Trendforscher Matthias
Horx, von Kongress-Moderatorin Ursula Heller (Bayerischer
Rundfunk) als "Fachmann für Morgen und Übermorgen"
vorgestellt, bereitete mit seinem ebenso informativen wie
gelegentlich Amüsement auslösenden Grundsatzreferat über die
Zukunftstrends unserer Gesellschaft (www.zukunftsinstitut.de)
den Boden für die sich anschließenden, zeitgleich laufenden
Nachhaltigkeits-Foren.
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Die Schwerpunktthemen seines Referates:
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Der Megatrend Frauen
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Die graue Revolution
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Megatrend Individualisierung
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New Work - Arbeit in der Wissensgesellschaft
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Von der belehrten zur lernenden Gesellschaft
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Das Redemanuskript "Die
Zukunftstrends unserer Gesellschaft" finden Sie als pdf-Datei im Downloadbereich.

Beispielchart aus dem Vortrag von Matthias Horx
270
PowerPoint-Folien auf CD-ROM zu diesen und anderen Themen können Sie als
Megatrend-Dokumentation unter www.zukunftsinstitut.de
bestellen.
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Forum
1: Innovationsmanagement
Die in Nürnberg bestehenden Kompetenzinitiativen
und Netzwerke sollten über technologische Themen hinaus sich stärker
auch auf soziale Innovationen ausrichten.
Grundvoraussetzung für gut funktionierende Innovationsnetzwerke ist
eine Vertrauenskultur zwischen den Partnern.
Die Einbeziehung des Kunden in die
Produktentwicklung und -gestaltung ist eine wichtige Voraussetzung für
einen erfolgreichen Marktauftritt. Dazu gehört auch die Betrachtung des
Lebenszyklus der Produkte (Integrierte Produktpolitik).
Die Selbstmotivation der Mitarbeiter durch
Erkennen des "Sinns" der Arbeit schafft eine schöpferische
Arbeitskultur.
Forum
2: Wertekultur der Nachhaltigkeit
Die Unternehmen brauchen eine erneuerte und
engagierte Führungskultur. Der Prozess für eine Wertekultur, die
insbesondere soziale, kulturelle und ökologische Ziele anstrebt, kann
nur "top-down" erfolgreich sein. Nachhaltigkeit ist eine Frage
der Haltung der Führungskräfte. Die Abkehr vom reinen
Shareholder-Value-Prinzip ist auch eine Besinnung auf Werte, die in den
letzten 20 Jahren an Bedeutung verloren haben.
Systematische Managementprozesse, die Einführung
eines Nachhaltigkeitsberichtes und die permanente Qualitätssteigerung
durch Qualitätsmanagement sorgen für eine Optimierung der
Geschäftsprozesse und machen das Unternehmen effizienter und
krisensicherer. Mittelständische Unternehmen haben dadurch eine bessere
Ausgangsposition für ein Rating nach Basel II.
Qualitätsmanagement-Modelle müssen in ihrer
Handhabung einfach, verständlich und unbürokratisch sein, sonst
schrecken sie ab. Ein schrittweiser Einstieg durch einzelne Bausteine/
Module bei einem Qualitätsmanagementprozess ist meist sinnvoll.
Durch die Verbindung des
Qualitätsmanagementmodells der European Foundation for Quality
Management (EFQM) und Nachhaltigkeit im Rahmen des
Sustainable-Excellence Ansatzes steht ein anerkanntes und weit
verbreitetes Modell für mehr Werteorientierung zur Verfügung.
Forum
3: Qualifizierung für Zukunftsfähigkeit
Bildung ist das wichtigste Zukunftsgut.
Damit ist der Mensch Kapital und Rohstoff der
Wissensgesellschaft. Eine breit angelegte Offensive für Bildung ist die
Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes
Nürnberg.
Wissensgesellschaft heißt, dass nicht nur
Faktenwissen gefragt ist, sondern auch die Entwicklung einer
Selbstkompetenz zum Lernen und einer ausgeprägten Sozialkompetenz auf
allen Hierarchiestufen eines Unternehmens.
Innovative Lernformen müssen Lust aufs Lernen
wecken. Dabei ist schon früh die Eigeninitiative, die
Eigenverantwortung und die Entwicklung einer Sozialkompetenz zu
fördern. Quasi vom Kindergarten bis zum Karibik-Rentner (à la Horx).
Forum
4: Gender-Mainstreaming
Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften
forciert die "Entdeckung" der Frau als unverzichtbare
Ressource. Dieser Prozess wird erheblich durch die Tatsache
unterstützt, dass jüngere Frauen (Fachhoch- und
Hochschulabsolventinnen) zunehmend eine höhere Qualifikation aufweisen
als ihre männlichen Mitbewerber.
Gender-Mainstreaming schafft eine
Kommunikationskultur in den Unternehmen, in der Frauen und Männer ihre
Fähigkeiten zur Sozialkompetenz gemeinsam trainieren und
weiterentwickeln.
Die veränderten demografischen Strukturen
erfordern eine familienfreundliche Personalpolitik (Vereinbarkeit von
Beruf und Familie). Familie ist für Frauen immer weniger ein
Karrierekiller.
Die Gleichstellungsbeauftragten im öffentlichen
Bereich, die Verantwortlichen für Personalentwicklung in den
Unternehmen und das Bündnis für Familie sollten zur Erreichung der
Ziele des Gender-Mainstreaming den bestehenden Erfahrungsaustausch
intensivieren und projektorientiert zusammenarbeiten.

Forum
5: Global Compact und Klimaschutz
In einer globalisierten Welt schwindet der
Einfluss von Nationalstaaten und supranationalen Organisationen. Die
Verantwortung der Wirtschaft bzw. der Unternehmen auf die Gestaltung
nicht nur der Arbeitswelt sondern der allgemeinen Lebensverhältnisse
der Menschen nimmt zu.
Unternehmen, die weltweit agieren, sind aufgerufen
den Global Compact der UN aktiv zu unterstützen und sich besonders für
die Arbeitsbedingungen, die Menschenrechte und den Umweltschutz zu
engagieren. Dies gilt nicht nur für eigene Werksniederlassungen in
anderen Ländern, sondern vor allem um die Rechte der Arbeitnehmer und
die ökologischen Produktionsbedingungen der Geschäftspartner bzw.
Zulieferer.
Der Klimaschutz wird zum Prüfstein, ob deutsche
Unternehmen bereit sind, nicht nur im eigenen Bereich, sondern auch in
der Kooperation mit Unternehmen in den neuen Industrienationen und in
der Dritten Welt Verantwortung für die Lebensbedingungen der Menschen
in den nächsten Jahrzehnten zu übernehmen. Die offenkundigen
Veränderungen des Weltklimas haben immer mehr negative ökonomische
Folgen. Eine Kurskorrektur im Ressourcenverbrauch darf nicht länger
hinausgeschoben werden.
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Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt 1
"Unternehmen 2020" und der Zukunftswerkstatt "Nürnberg
2020" lassen sich im Interesse einer effizienten Gesamtschau
thematisch und zielorientiert zusammenfassen.
  
Nürnberg
und seine Unternehmen -
die Stadt der Werteorientierung, der Menschenrechte und des
interkulturellen Zusammenlebens
Die Botschaft des Impulsreferates von Dr. Bernhard
von Mutius war:
Eine wertebalancierte Unternehmensführung muss strategisch neu gedacht
und operativ anders umgesetzt werden, damit über das kurzfristige
Gewinndenken (shareholder-value) hinaus, soziale und ökologische Werte
mit in das Zentrum strategischer Entscheidungen des Managements rücken.
Die Teilnehmer sahen im Wissensmanagement und
insbesondere die wachsende Sozialkompetenz des Managements und der
Mitarbeiter eine große Chance den Erfolg im Wertschöpfungsprozess des
Unternehmens zu steigern und betrachteten die Werteorientierung als eine
notwendige Ergänzung der ökonomischen Steuerungselemente.
In der Diskussion wurde deutlich, die
wertebalancierten Unternehmensführung ist nur top-down erreichbar und
erfordert ein entsprechendes Engagement der Führungskräfte.
Die Diskussions-Teilnehmer waren sich einig, dass
die Werteorientierung in den Unternehmen einen hohen Stellenwert
bekommen muss, wenn Nürnberg eine Innovations- und
Nachhaltigkeitsregion werden will.
Nürnberg als Stadt des Friedens und der
Menschenrechte ist Mitte Februar 2003 dem Global Compact der UN
beigetreten.
Unternehmen, die sich als global-player auf dem
Weg des Nachhaltigen Wirtschaftens begeben wollen, haben signalisiert,
dass sie sich den Herausforderungen des Global Compact auf den
Themenfeldern Arbeitsnormen, Menschenrechte und Umweltschutz stellen
wollen.
In der Diskussion wurde aber auch deutlich, dass
für viele Unternehmer im Vordergrund die Verantwortungsethik für diese
Ziele und nicht so sehr formale Pflichten stehen.
Es wurde angeregt, ähnlich dem Runden Tisch
"Fair-Toys" der Spielwarenindustrie, für weltweit agierende
Nürnberger Unternehmen einen Runden Tisch "Menschenrechte"
durch die Stadt Nürnberg zu organisieren.
Die Diskussionsteilnehmer äußerten den Wunsch,
dass an diesem Runden Tisch deutsche Unternehmen, die bereits dem Global
Compact beigetreten sind, über die Motive für ihren Beitritt, die
Chancen und ökonomischen Vorteile berichten. Dieser Erfahrungsaustausch
soll dazu beitragen, den Entscheidungsprozess von Nürnberger
Unternehmen für einen Beitritt zum Global Compact zu unterstützen.
"Unterbewusste" Fremdenfeindlichkeit und
Sprachbarrieren erschweren das Zusammenkommen unterschiedlicher Kulturen
in der Gesellschaft.
In der Diskussion wurde deutlich, dass sich in der
Stadt Nürnberg trotz unterschiedlicher ethnischer, religiöser und
kultureller Herkunft ein positiver Trend zu einem Zusammenleben mit
Verständnis, Toleranz und Akzeptanz entwickelt hat. Dieser erfolgreiche
Prozess der Begegnung der Kulturen, sollte nach Meinung der Teilnehmer,
von der Stadt Nürnberg, den Unternehmen und relevanten
gesellschaftlichen Organisationen weiter vorangetrieben werden.
Von den Diskussions-Teilnehmern wurde gefordert,
die Stadt Nürnberg sollte die bestehenden Ansätze zur Förderung der
Sprachkompetenz bei Migranten vielfältig ausbauen wie z.B.
Sprachförderungsprojekte "Mama lernt Deutsch" und in
ausgewählten Stadtteilprojekten die Kommunikation zwischen den
unterschiedlichen Kulturen unterstützen.
Es wurde angeregt, die Stadtverwaltung solle sich
für die Beschäftigung von ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund
öffnen. Dies kann auch zu einer besseren kundenorientierten
Dienstleistung für ausländische Mitbürger in einzelnen Dienststellen
der Stadtverwaltung beitragen.
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Ein gut organisiertes Innovationsmanagement kann
wesentlich dazu beitragen das Unternehmen zu einer selbstlernenden
Organisation zu entwickeln.
Nach Überzeugung der Diskussionsteilnehmer kann
ein effizientes Innovationsmanagement die Angst vor Veränderungen
abbauen und die Mitarbeiter zu einer aktiven Mitgestaltung des
Strukturwandels befähigen.
In der Diskussion wurde deutlich, dass die
Organisationsstrukturen und das Management eines Unternehmens bisher
relativ ausgeprägt an Prozessinnovationen gekoppelt sind.
Der entscheidende Schritt ist nach Meinung der
Diskussionsteilnehmer, den Innovationsprozess verstärkt in den sozialen
und kommunikativen Bereich auszudehnen. Damit sollen Themen wie z.B.
Eigenverantwortlichkeit, Kooperationsfähigkeit im Team und
Selbstmotivation durch Erkennen des Sinns der Arbeit einen höheren
Stellenwert bekommen.
Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass
die engagierte Bereitschaft für zukunftsorientierte Innovationen eine
überzeugende und konkrete Vermittlung des Nachhaltigkeitsprinzips
erfordert.
Qualifizierung für Zukunftsfähigkeit erfordert
grundsätzlich die Bereitschaft zum "lebenslangen Lernen".
Diese notwendige Grundhaltung des Managements und der Arbeitnehmer ist
der Schlüssel für einen langfristig angelegten Unternehmenserfolg.
In der Diskussion wurde deutlich, dass die
"Lust am Lernen" eine wesentliche Voraussetzung für ein
erfolgreiches Wissensmanagement ist. Dabei geht es nicht nur um die
Wissensvermittlung im engeren Sinn, sondern auch um eine
Persönlichkeitsbildung, die die Eigenverantwortung stärkt und den
Mitarbeiter befähigt "über den fachlichen Tellerrand"
hinauszuschauen.
Die Diskussionsteilnehmer vertraten die
Auffassung, dass Mitarbeiter mit mehr Flexibilität, der Fähigkeit zum
komplexen und vernetzten Denken sowie einem ausgeprägten Teamverhalten
die Zukunftschancen eines Unternehmens verbessern.
Die Auseinandersetzung mit diesem Thema zeigte, dass Unternehmen die
zukunftsfähig sein wollen, ein umfassendes Weiterbildungskonzept
brauchen, das auch die Führungsebene mit einschließt.
Innovationsfähigkeit und Qualifizierung stehen in
einem engen Zusammenhang und sind wichtige Bausteine für nachhaltige
Unternehmen.
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In den Unternehmen besteht ähnlich wie in der
Gesellschaft unterschwellig immer noch eine Neigung zur Ab- und
Ausgrenzung "der Anderen" im Sinne anderer ethnischer
Herkunft, Religion und Kultur. Die ökonomischen Vorteile von sozialer
und kultureller Vielfalt in einem Unternehmen werden offenkundig noch
zuwenig gesehen.
In der Diskussion wurden die Möglichkeiten
erörtert, die Diversity-Management und Gender Mainstreaming als
wichtige Entwicklungsinstrumente für ein Unternehmen mit klarer
Ausrichtung zur Chancengleichheit sowohl im interkulturellen Sinne als
auch im Hinblick auf die Geschlechtergerechtigkeit bieten.
Nach Auffassung der Diskussionsteilnehmer kann die
Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens und die Kundenorientierung
verbessert werden, wenn die unternehmensinternen Möglichkeiten der
sozialen und kulturellen Vielfalt kreativ und zielgerichtet eingesetzt
werden.
Gerade vor dem Hintergrund der Globalisierung ist
eine "kulturelle Mischung" in den Unternehmen auch ökonomisch
von Vorteil.
Ein Ergebnis der Diskussion war auch die
Überlegung das Thema "soziale und kulturelle Vielfalt" als
Unternehmensphilosophie für Nachhaltigkeit in das Leitbild
(Umsetzungsstrategien für Diversity Management und Gender Mainstreaming)
aufzunehmen und dieses Prinzip bewusst zu leben.
Der Klimaschutz wird zum Prüfstein, ob deutsche
Unternehmen bereit sind, nicht nur im eigenen Bereich, sondern auch in
der Kooperation mit Unternehmen in den neuen Industrienationen und in
der Dritten Welt Verantwortung für die Lebensbedingungen der Menschen
in den nächsten Jahrzehnten zu übernehmen.
Die Diskussionsteilnehmer kamen zu der Auffassung,
die Region Nürnberg sollte, in Weiterführung der bisher schon
erfolgreichen Anstrengungen des kommunalen Klimaschutzes, auch mit
innovativen Klimaschutzprojekten in den Unternehmen zu einer
"Klima- und Ressourcenschutzregion mit Vorbildfunktion"
werden.
In der Diskussion wurde gefordert, die Chancen des
Emissionshandels in Nürnberg intelligent und engagiert zu nutzen. Dazu
bedarf es konkreter Hilfestellungen für die Unternehmen, um die
bestehenden Informationsdefizite rasch zu beseitigen.
Es wurde angeregt, die Stadt Nürnberg solle
zusammen mit der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für
Mittelfranken einen Runden Tisch "Klimaschutz /
Emissionshandel" einrichten und dabei auch die notwendigen Kontakte
zur Bundesregierung und zur Europäischen Union in Brüssel herstellen.
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"Die Zukunft liegt in
den Regionen".
Diese These war Ausgangspunkt für die Stadt Nürnberg, den
Nachhaltigkeitskongress mit dem Titel "Zukunftsfähig durch
Innovationen - Nürnberg erfolgreich im Wettbewerb der Regionen" zu
organisieren.
Das Themenspektrum des Nachhaltigkeitskongresses erfasste bewusst die
"Soft Facts", die in Zukunft entscheidend die Attraktivität und
den wirtschaftlichen Erfolg in Nürnberg bestimmen.
Die Botschaft des
Impulsreferates von Frau Dr. Hollbach-Grömig vom Deutschen
Institut für Urbanistik war:
Generationengerechtigkeit (wachsender Anteil älterer Mitbürger),
Zuwanderung und Integration, schwindende Finanzkraft der Kommunen und
Notwendigkeit einer solidarischen Bürgergesellschaft werden wichtige
Themen der Kommunalpolitik bis zum Jahr 2020 werden.
In der Diskussion wurde
deutlich, dass die vielfältigen Anstrengungen zur Selbstdarstellung und
Vermarktung des Wirtschaftsstandortes zwar erfolgreich waren, aber dennoch
im Sinne einer Imagesteigerung verstärkt und ausgebaut werden sollten.
Die Zukunftsfähigkeit des
Wirtschaftsstandortes Nürnbergs wird in den nächsten Jahren wesentlich
von den innovativen Leistungen in Bereichen Bildung und Qualifizierung,
von der Weltoffenheit und der Toleranz dieser Stadt und ihrer Menschen
beeinflusst.
Notwendig ist die
konsequente Weiterentwicklung der bestehenden Netzwerke und
Kompetenz-initiativen im Sinne einer intensiven Kooperation von
Unternehmen im Rahmen der Wertschöpfungskette und einer gezielten
projektorientierten Vernetzung zwischen Hochschulen,
Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Die Stadt Nürnberg versteht sich
im Rahmen der Möglichkeiten der kommunalen Wirtschaftspolitik als
Innovationsmotor.
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Teilnehmer an der von Ursula Heller
(Bayerischer Rundfunk) moderierten Talkrunde waren:
Ingrid Hofmann (I.K. Hofmann Personal-Leasing GmbH), Cornelia
von Hardenberg (Projekt- und Organisationsmanagerin), der Preisträger
des ersten Nachhaltigkeitspreises der Stadt Nürnberg Dr. Franz
Ehrnsperger (Neumarkter Lammsbräu) und Stefan Küst (Quelle
AG).

Teilnehmer der Talkrunde von links nach
rechts:
Dr. Franz Ehrnsperger, Cornelia von Hardenberg, Ursula
Heller, Ingrid Hofmann und Stefan Küst
Ingrid Hofmann:
Ich
habe in den Arbeitsgruppen der Zukunftswerkstätten Aufbruchstimmung
erlebt. Die Diskussion in den Arbeitsgruppen war äußerst engagiert und
hat viele neue Ideen für unser Thema Nachhaltigkeit gebracht. Das ist
für mich ein äußerst positives Zeichen und ich würde mir wünschen,
dass nach dem Kongress diese guten Ideen aufgegriffen und vorangebracht
werden.
Wir
Unternehmer sollten uns mit Nachdruck für den Wirtschaftsstandort
Nürnberg engagieren. Ich weiß wir Franken haben unsere eigene
Mentalität und wir werden manchmal unterschätzt. Wir können stolz auf
unsere Erfolge sein und sollten uns nicht scheuen dies auch öffentlich
selbstbewusst und vielleicht noch etwas deutlicher darzustellen.
Die
Unternehmen brauchen eine Kommunikationsplattform für einen besseren
Erfahrungsaustausch. Wenn ich das so sagen darf, Herr
Oberbürgermeister, wir brauchen Sie als Plattform für unsere
gemeinsamen Ziele.
Dr. Franz
Ehrnsperger:
Es ist
meine Erfahrung, dass Unternehmer, die einen Prozess für Nachhaltigkeit
in ihrem Unternehmen in Gang setzen wollen, selbst die Initiative und
die volle Verantwortung für dieses Zukunftsthema übernehmen müssen.
Dies ist letztlich eine Frage der Führungskultur eines Unternehmens.
Nachhaltigkeit,
das steckt schon im Wort, verlangt eine klare ethische Haltung des
obersten Managers oder Unternehmers. Es ist die Vorbildfunktion der
Person an der Spitze eines Unternehmens, die hier gefordert ist.
Es war
für mich nicht immer leicht diesen ambitionierten Weg zu gehen und vor
allen Dingen in schwierigen Phasen meine Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter immer überzeugen und gewinnen zu können. Aber es gibt
nichts überzeugenderes als den ökonomischen Erfolg, der das soziale
und ökologische Engagement belohnt.
Stefan
Küst:
Das
Nachhaltigkeitsthema hat seine zwei Seiten. Das Denken in kurzfristiger
Gewinnerwartung aber auch so wichtige Themen wie Umweltschutz, soziale
Innovationen, Qualifizierung und Frauenförderung. Vor allem war heute
oft die Rede von der Verantwortung der Unternehmer, was nach meiner
Auffassung letztlich auch heißt, dass jeder von uns Verantwortung
übernehmen muss. Es gilt zum einen, sich für die eigene Qualifizierung
zu engagieren, aber auch im Sinne einer längerfristigen Sicht, sich
für den gesamten Geschäftsprozess mit verantwortlich zu sehen.
Entscheidung
für Nachhaltigkeit in Unternehmen ist eine Entscheidung der
Führungsebene. Sie haben mit dem Herrn Ehrnsperger ein beeindruckendes
Beispiel, der dieses Thema zu seinem Thema gemacht hat. Und das auch
gegen Widerstände, wahrscheinlich auch mal gegen die eigene Skepsis.
Cornelia
von Hardenberg:
In unserer
Arbeitsgruppe gab es nicht nur ein freundschaftliches Sich-auf-die
Schulter-Klopfen.
Beim Thema Bürgergesellschaft und gesellschaftliches Engagement von
Unternehmen durften wir eine lebendige Streitkultur erleben. Ich finde
das aber positiv, wenn wir den Mut haben, zueinander ehrlich zu sein und
offen beiderseitige Vorurteile über Wirtschaft und öffentlicher Dienst
zu diskutieren und schrittweise abzubauen.
Wir
brauchen mehr vertrauensbildende Maßnahmen um das Klima für eine
Kooperation zwischen Unternehmen und der Stadt Nürnberg weiter zu
verbessern. Nichts schweißt mehr zusammen als ein gemeinsames
Erfolgserlebnis.
In der
Nachbereitung des Kongresses kommt es darauf an, aus der Fülle der
Ideen des heutigen Tages die interessanten Themen aufzugreifen. Es geht
darum die wesentlichsten Punkte intelligent herauszuarbeiten und dann
mit wirklich innovativen Projekten die Nachhaltigkeit in Nürnberg einen
entscheidenden Schritt vorwärts zu bringen.
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Ausgangspunkt des Kongresses war offensichtlich die These, dass im
Zuge der Globalisierung die nationalstaatlichen Regelungsmöglichkeiten
zurückgehen und damit zwangsläufig die unternehmerische Verantwortung
für das Gemeinwesen zunehmen muss. ....
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Die Diskussion in den Foren und Zukunftswerkstätten hat eines ganz
klar erkennen lassen:
Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und
vor allem die persönliche Haltung des Unternehmers und Managers ist
entscheidend für sein Engagement zur Nachhaltigkeit. ....
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Der Unternehmer, der sich nicht nur um ökonomische, sondern auch
um soziale Prozesse in seinem Unternehmen kümmert, wird dafür auf lange
Sicht ökonomisch belohnt. Effizienz entsteht letztlich auch durch
soziale Kompetenz. ....
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Wenn wir mehr Nachhaltigkeit wollen brauchen wir als erstes
Nachdenklichkeit. Nachdenken beginnt bei uns selbst und erfordert zunächst Distanz zum
eigenen Tun. Nur so haben wir die Möglichkeit, die Chancen zu erkennen,
die uns schrittweise in Richtung Nachhaltigkeit führen können. ....
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Mein Fazit: Das gemeinsame Nachdenken über den etwas sperrig
klingenden Begriff Nachhaltigkeit war Gegenstand des Kongresses.
Wenn es
uns heute gelungen ist, etwas mehr Nachdenklichkeit auszulösen, eine
Kontaktbörse für einen fruchtbaren Gedankenaustausch angeboten zu haben,
neue Kommunikations-Kontakte und neue Netzwerkansätze geknüpft zu haben,
also den Begriff der Nachhaltigkeit dem abstrakt wolkigen zu entziehen und
ihn konkreter und anschaulicher zu machen, dann können wir mit dem
Ergebnis des heutigen Tages ganz zufrieden sein.
Ich freue mich mit Ihnen weiter am Nachhaltigkeitsprojekt Nürnberg zu
arbeiten und gemeinsam mit Ihnen den Wirtschaftsstandort Nürnberg
erfolgreich weiter zu entwickeln. |
Hinweis:
Eine Druckversion der Kongressdokumentation finden Sie als pdf-Datei (911
kB) im Downloadbereich.
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